Kinder und Jugendliche

Die Adoleszenz ist die Zeit der Widersprüche, der Stimmungswechsel. Man kann hier nicht einmal mehr von Stimmungsschwankung sprechen, es sind regelrecht Wechsel, die von einer Stunde zur anderen vollzogen werden.

Was im Umgang mit Jugendlichen jedoch im Vordergrund steht ist, dass diese Emotionen als Realität in der Situation erlebt werden. Das was der Jugendliche fühlt, was ihn beschäftigt ist zur Zeit so intensiv, wie er es darstellt. Es sollte daher nicht relativiert werden, nicht strittig gemacht werden, sondern höchstens der Versuch, dem Jugendlichen das eigene Relativieren beizubringen, angestrebt werden. 

Der Wunsch, das Verhalten von Jugendlichen zu verstehen, beinhaltet also das Wissen, Verstehen und die Akzeptanz des Hauptmerkmals der Pubertät, der Widersprüchlichkeit. Dies verlangt Humor, Liebe, Freude am Handeln und Verhandeln, Freude am Diskutieren und Streiten und eine hohe Flexibilität.

Wenn Erwachsene sich Gedanken zum Thema Pubertät machen, stoßen sie nicht nur auf Widersprüchlichkeiten, die dem Jugendlichen angehören, sondern auch auf welche, die von ihm unabhängig sind, auf die eigenen. Wenn Jugendliche beschrieben und verstanden werden sollen, sollte man im Hinterkopf haben, dass man selbst dazu neigt, sie zu verherrlichen oder zu verunglimpfen.