Borderline

In den 70er Jahren wurde zum ersten Mal der Begriff Borderline-Störung verwendet. Er leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet Grenz-Störung. Er beschreibt, dass sich die Menschen, die mit einer solchen Störung leben (Borderliner), oft an der Grenze zwischen einer Neurose und einer Psychose befinden. In den letzten Jahren wurden besondere tiefenpsychologische Theorien über die Entstehung dieser Störung ausführlich erarbeitet.

Die Borderline-Störung wird in der Definition von Psychologen auch als "emotionale instabile Persönlichkeit" beschrieben. Ein Therapeut der überwiegend mit Borderlinern arbeitet hat die "klassische Borderline-Störung" wie folgt zusammengefasst: "Eine hochgradige Ambivalenz, starker assoziativer Lockerungen und daraus folgende Handlungen; schnelles Schwingen zwischen entgegengesetzten Stimmungslagen und länger anhaltendes Verhalten, darin - stabile Instabilität". Diese Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) kann unterschiedliche Formen annehmen.

Dadurch, dass die "innere" Welt der Borderline-Persönlichkeit, wie die Welt des Kindes in Helden und Bösewichte aufgeteilt ist, kommt es häufig zu schweren- emotionalen "Überfällen", die mit der auslösenden Situation nichts mehr zu tun haben. So genügt manchmal eine unbedachte Bemerkung, um vom Borderliner geradewegs vom Himmel in die Hölle befördert zu werden, und da auch erstmal zu bleiben.

Schwere seelische Verletzungen sind die Ursache einer Borderline-Störung. Beispielsweise kann Vernachlässigung, ständige Ausnutzung, Gewalttätigkeit, seelischer Mißbrauch oder Vergewaltigung Menschen in eine hilflose Ohnmacht stürzen. Das wiederholte oder andauernde Gefühl, einer überstarken Macht ausgeliefert zu sein, kann schon ganz früh im Leben (der präödipalen Phase) den Aufbau eines gesunden Selbstbewußtseins verhindern.

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