Allgemeine Symptomatiken

Jeder Mensch reagiert auf Anforderungen anders. Insofern unterscheiden sich auch die jeweiligen Belastungssymptome. So maskiert sich eine Stressreaktion oft hinter unspezifischen Anzeichen wie Schlafstörungen oder funktionellen Syndromen. Im Angebot salvia versuchen wir individuelle Behandlungsansätze dafür zu finden.

Krisen

Fast jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens von leichteren oder schwereren Krisen heimgesucht. Entscheidend ist, zu erkennen wie stark man in Schwierigkeiten steckt und durch welche Maßnahmen sich Probleme lösen lassen. Krisen und Probleme sind sehr persönliche Angelegenheiten, die individuelle Beratung und Unterstützung nötig machen. Die Unterstützung von Personen in Krisen erfolgt in Form von telefonischen und persönlichen Beratungen, psychotherapeutischen Interventionen, Kurztherapien und begleitender medizinischer Hilfe. Außerdem wird auf die Einbeziehung des Bezugssystems der Betroffenen großen Wert gelegt.Je früher Sie etwas gegen Probleme unternehmen, desto schneller werden Sie diese überwinden.

Trauer

Der Zustand der Trauer ist neben dem emotionalen Aspekt ein Verhalten des Menschen zur Bewältigung seelischen Schmerzes, vor allem durch den Verlust eines nahestehenden Menschen. Auslöser kann der Tod von Freunden und Verwandten sein, aber auch Trennungen anderer Art

Der Begriff Trauer bezeichnet zweierlei:

  • Erstens einen emotionalen Zustand - ein Gefühl der Niedergeschlagenheit, eines Mangels an Lebensfreude (kurzfristig oder länger andauernd), oder eines seelischen Rückzugs, einer starken Kränkung usw.
  • Zweitens einen Prozess bei der Bewältigung von Krankheit, des Sterbens und insbesondere nach dem Tod eines geliebten Menschen, aber auch bei einem sonstigen schweren Verlust

Wissenschaftlich gesehen, ist die Zeit nach einem Trauerfall in jedem Fall eine kritische. Besonders bei Verlust des Partners sind die Stress-Parameter erhöht. Schlafstörungen, hoher Blutdruck, ein geschwächtes Immunsystem und viele andere Erscheinungen, die mit diesem Zustand in Zusammenhang stehen, sind die Folgen. Die Anfälligkeit für Erkrankungen steigt um ein Vielfaches.

Die Statistik zeigt deutlich, dass man im ersten Jahr nach einem schweren Verlust selbst ein hohes Risiko hat, eine schwere Erkrankung zu erleiden (besonders Herzinfarkt oder Schlaganfall). Wer diese Zeit jedoch übersteht, geht gestärkt aus den Ereignissen hervor. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, im Zustand der Trauer bewusst auf die eigene Gesundheit zu achten. salvia bietet hier mit seinem multimodalen Team medizinische und psychologische Unterstützung.

Schlafstörungen

Untersuchungen haben ergeben, dass etwa jeder fünfte Erwachsene schlecht einschläft und jeder vierte Erwachsene das Gefühl hat, zuwenig Schlaf zu bekommen.

Die meisten Menschen, die wegen Schlafstörungen medizinische oder psychologische Hilfe suchen, leiden unter Einschlafstörungen oder Durchschlafstörungen. Vor dem Griff zu Schlafmitteln sollte man auf alle Fälle an die Möglichkeit psychotherapeutischer Hilfe denken. 

Von Einschlafstörungen spricht man, wenn

  • die Einschlafdauer mehr als 30 Minuten beträgt
  • mehr als 4 Wochen anhält und
  • mehrmals pro Woche in Kombination mit
  • beeinträchtigter Tagesbefindlichkeit vorkommt.

Einschlafstörungen hängen oft eng mit persönlichen, körperlichen, familiären oder beruflichen Problemen zusammen. Sie führen zu Grübeln bzw. Nicht-Abschalten-Können führen, was auch die eigentliche Ursache der Schlafstörung ausmacht.

So ergibt sich ein Teufelskreis:

  • der Körper verspannt sich,
  • die Gedanken und die körperliche Anspannung bewirken Stress,
  • ein dadurch gestörter und unruhiger Schlaf führt zu
  • Unausgeschlafenheit und Müdigkeit am nächsten Morgen
  • diese beeinträchtigen wiederum die Leistungsfähigkeit, was eine
  • Bewältigung der anfangs besprochenen Probleme zumindest behindert.

Schon seit längerer Zeit andauernde Einschlafstörungen können eine schwere Belastung darstellen, und die Aufmerksamkeit am Tage ist zum großen Teil auf den Schlaf der nächsten Nacht ausgerichtet (Tagesgrübeln). Zu starkes Grübeln wiederum (Was war? Was wird sein? Wie kann ich am besten einschlafen? Was passiert, wenn ich nicht vernünftig schlafe?) behindert das Einschlafen. Dieses Grübeln kann manchmal sogar zwanghaft werden.

Manche Menschen gehen auch zu früh ins Bett (z.B. um Schlaf nachzuholen, um mit dem Partner schlafen gehen zu können), es fehlt aber noch die nötige Bettschwere, was wiederum Grübeln fördern kann.

Für Durchschlafstörungen gilt:

  • mehr als 4 Wochen lang beträgt die objektive Gesamtschlafzeit mehrmals die Woche weniger als 6 Stunden,
  • verbunden mit beeinträchtigter Tagesempfindlichkeit und
  • mit Wiedereinschlafproblemen nach dem Aufwachen

Es ist völlig normal, vier- bis sechsmal pro Nacht in wachähnliche Phasen zu kommen. Manche Menschen registrieren dies bewusst und eventuell besorgt, andere merken davon wenig. Das Problem ist nicht das Aufwachen, sondern das schwer Wiedereinschlafen-Können.

Die Durchschlafstörungen, d.h. das Aufwachen und Nicht-Wieder-einschlafen-Können, sind begleitet von ängstlichen oder sorgenvollen Gedanken. Genau diese Gedanken fördern das Bewusstsein über das Wachsein, beunruhigen und hindern am unbekümmerten Weiterschlafen.

Häufig haben Durchschlafstörungen zu tun mit

  • Medikamenteneinnahmen
  • Alkoholgebrauch und
  • falscher Ernährung

Medikamente und Alkohol führen zwar in der Regel zu einem schnellen Einschlafen, andererseits aber auch zu einem gestörten Tiefschlaf. Auch Durchschlafstörungen können körperliche Ursachen haben, die medizinisch abgeklärt werden müssen. U.a. kann ein zu niedriger Blutdruck durch das Absinken des Blutdrucks nach dem Einschlafen deshalb zum Erwachen führen, weil der Kreislauf wieder stabilisiert werden muss.

funktionelle Syndrome

Funktionelle Syndrome sind Beschwerdebilder mit unterschiedlicher Organsymptomatik, ohne dass organpathologische Veränderungen nachgewiesen werden können.

Die WHO klassifiziert im ICD-10 diese Beschwerdebilder auch als somatoforme Störungen, wenn eine psychosoziale Ursache für die Beschwerden zu finden ist. Da die Ursachen aber oft nicht eindeutig geklärt sind, bevorzugen manche den Begriff "funktionelle Syndrome". Dieser Begriff orientiert sich am klinischen Bild und lässt sowohl biologische, psychologische, soziale Ursachen oder deren Kombinationen zu.

Ursachen
Die Ursachen für die funktionellen Störungen sind noch nicht völlig geklärt. Heute geht man von multifaktoriellen Modellen aus, wobei biologische Veranlagung, erworbene Reaktionsweisen und psychosoziale Faktoren und deren Interaktion die Funktionellen Störungen am besten erklären können. Wichtig ist es auch, die psychiatrische Komorbidität zu beachten.